Blogging in Deutschland 2008
Eine kritische Bestandsaufnahme der deutschen Blogosphäre im Jahr 2008.
Vor wenigen Tagen hat mich jemand offen gefragt, was ich von seinem Blog halte und wie viel dieser möglicherweise wert ist. Die grundsätzliche Idee hinter dem Blog ist sehr gut, jedoch bei der Umsetzung gab es leider nichts Neues. Es werden dort längst verbreitete News wiedergegeben. In der Regel ohne Bewertung oder eigenes Statement und häufig viel zu kompliziert geschrieben.
Ich bin nicht Robert Basic und keines meiner Blogs taucht in den Blogcharts auf. Außerdem lese ich max. 5 Blogs dieser Charts halbwegs regelmäßig. Darüber hinaus habe ich keine journalistische Ausbildung oder etwas Ähnliches. Damit möchte ich klarstellen, dass die folgenden Zeilen meine persönliche Meinung sind und keineswegs als der Weisheit letzter Schluss angesehen werden sollten. Ich bewege mich außerdem in einem kleinen Teil der Blogosphäre die sich mit dem Thema Mac & Apple sowie SEO & Blogging beschäftigt.
Blogs in Deutschland 2008
Wie sieht es denn nun aus in der Blogosphäre im Jahr 2008?
Nachrichtenwiedergabe
Meines Erachtens blubbern mind. 90 Prozent der deutschen Blogs lediglich Nachrichten/News wieder, die längst in der Blogosphäre verbreitet sind. Das WordPress 2.7 oder was auch immer erschienen ist, bekommt man in der Regel schnell genug mit. Bei jeder neuen Version kann man das trotzdem in mind. 50+ Blogs lesen. Spätestens beim dritten Blog interessiert das einfach nicht mehr.
Langweilig und schlecht umgesetzt
Aus dem o.g. Punkt resultiert ein weiteres Symptom. Die meisten Blogs sind absolut langweilig und bieten überhaupt keinen Mehrwert. Es fehlen persönliche Stellungnahmen, echte Hilfestellungen oder einfach interessant geschriebene Texte. Einige Blogger schreiben im SMS-Stil – andere seitenlangen Fließtext. Was ist so schwer daran den Text in logische Abschnitte, im besten Fall mit Zwischenüberschriften, einzuteilen? In meinem Artikel »6 Schritte zu gut lesbaren Texten für das Web« kann man nachlesen wie man es machen sollte.
SEO als Blogthema
Ein weiterer Punkt der wirklich komisch ist, dass sich jeder zum SEO-Jünger erklärt. Ich glaube es gibt mittlerweile mehr SEO-Blogs als welche über Musik oder Kaffee. Als Blog-Neuanfänger in einen Markt einzudringen der längst gesättigt ist, ist dumm. Sicherlich ist SEO ein notwendiges Handwerkszeug beim Blogging, aber sollte nicht zum Blogthema selber werden. Meine ausführlichen Gedanken zum Thema kann man im Artikel »Ist “Geld verdienen” und “SEO” wirklich eine Nische?« nachlesen. Die Nische in der Nische in der Nische (…) ist der Weg zum Erfolg. Von daher ist selbst dieses Blog sehr fragwürdig.
Allein auf weiter Flur
Viele Blogger versuchen ihr Glück im Kampf um Leser vollkommen allein. Das gleicht einem Kampf gegen Windmühlen den man nicht gewinnen kann. In meinem Feedreader sind nur wenige deutsche Blogs, die von mehreren Autoren geschrieben werden. Erstaunlicherweise sind diese aber durchaus erfolgreich – vielleicht nicht kommerziell aber was Stammleser und Kommentare angeht. Ich würde mich freuen, wenn es mehr Blogs mit mehreren Autoren geben würde. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass es nicht einfach ist jemanden zu finden, der die „gleiche Denke“ hat und auch was Qualität angeht genauso tickt. (Ich suche übrigens Gastautoren für das Blogging Magazin.)
Ich weiß, dass ich mich mit diesem Artikel weit aus dem Fenster gelehnt habe. Möglicherweise sehe ich die Dinge auch vollkommen falsch?! Welche deutschen Blogs sollte man denn lesen? Und, wie seht Ihr das?
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